PDF 2.0 (ISO-Standard 32000-2)
ist (endlich) veröffentlicht!

Nach 9 Jahren (harter) Arbeit hat die ISO PDF 2.0 als ISO Standard 32000-2:2017 veröffentlicht. Es ist dies die erste PDF-Spezifikation, die komplett durch die ISO-Arbeitgruppe, bestehend aus über dreissig PDF-Experten aus der ganzen Welt, erarbeitet wurde. ISO 32000-1:2008 war im wesentlichen ein Übernahme von PDF 1.7 von Adobe. PDF 2.0 ist eher eine Evolution als eine Revolution. Es wurde grossen Wert auf Kompatibilität zu älteren PDF-Versionen gelegt.

Sieben Kapitel der 971 Seiten umfassenden Spezifikation wurden komplett neu geschrieben (z.B. Transparenz, Tagged PDF). Es ging dabei nicht darum, neue Funktionen einzuführen, sondern um Unklarheiten und Fehler aus älteren Spezifikationen zu beseitigen.

Neben anderen neuen Funktionen gibt es auch einige Neuerungen für digitale Druckvorlagen:

  • Parameter zum Aktivieren der Tiefenkompensierung (Black-Point Compensation) auf Objektbasis. Damit können voraussagbare Farbkonvertierungen definiert werden.
  • Ausgabebedingung pro Seite (optional). Z.B. Coated für die Umschlag-Seiten und Uncoated für die Inhalts-Seiten in der gleichen PDF-Datei.
  • Verwendung von spektralen Daten für Sonderfarben (mit CxF/X-4).
  • Definition der Farbreihenfolge im Druck (z.B. für Bogenoffset).
  • Erweiterte Rasterfunktionen (Ursprung, Punktform).

Da die meisten dieser neuen Funktionen den Bereich Farbe betreffen, ist PDF 2.0 auch ein Thema in meinem neuen Seminar PDF Color Management in der Praxis.


Neues Seminar stösst auf grosses Interesse

Mein neues Seminar PDF Color Management in der Praxis stösst auf grosses Interesse. Für die Première am 31. August in Olten musste ich in einen grösseren Saal wechseln, damit alle Interessenten Platz finden. Aus diesem Grund gibt auch noch einige wenige frei Plätze an diesem Termin.

Das neue Seminar findet in diesem Jahr an folgenden Orten statt:

Im nächsten Jahr wird es noch weitere Seminar-Termine geben.


Neun Gründe für Preflight

Die Ghent Workgroup (GWG) hat ein interessantes Poster veröffentlicht:

Auf der Vorderseite wird die GWG vorgestellt. Auf der Rückseite sind neun Gründe für einen Preflight aufgeführt (erarbeitet von der belgischen VIGC). Jeder Punkt ist mit einem Beispiel illustriert.

Man kann mit dieser Seite überprüfen, wie bestimmte PDF-Definitionen in unterschiedlichen Anzeigeprogrammen (Acrobat/Reader, Apple Vorschau, etc.) und Ausgabegeräten (Drucker, Proofer, Belichter) dargestellt werden.

Ausserdem sollte man das PDF mit einem Preflight-Werkzeug prüfen, um auch die unsichtbaren Probleme zu entdecken. Dazu eigenen sich die Preflight-Profile GWG2012 oder GWG2015 (enthalten in Acrobat DC Pro, Callas pdfToolbox und Enfocus PitStop Pro) und natürlich die Preflight-Profile für Acrobat Pro von PDFX-ready.


Neue cloudbasierte PDF-Datenprüfung und -Korrektur für Web2Print-Shops

Die T.HE Consulting bietet in Zusammenarbeit mit der Calibrate Workflow Consulting das Online-Portal mypreflight.cloud an. Die Zielgruppe für diesen kostenpflichtigen Service (EUR399/Monat für max. 200 Jobs/Tag) sind (kleinere) Web2Print-Shops, die über keinen eigenen integrierten PDF-Preflight verfügen. Die Lösung lässt sich über XML an jeden Webshop anbinden.

Neben PDF-Preflight (gesteuert über die XML-Jobinformationen) macht der Dienst auch ausführliche PDF-Korrekturen (z.B. Anpassung unterschiedlicher Seitengrössen, Überdrucken, Einbettung fehlender Fonts, Reduktion des Gesamtfarbauftrags, Hinzufügen von Beschnitt). Gegen Aufpreis wird auch die Erzeugung von Nutzen und Sammelformen angeboten.

Das Konzept vom Online-Preflight in der Cloud, die wir auch in den PDFX-ready Online Tools umgesetzt haben, zieht also weitere Kreise…


Ist die JPEG2000-Kompression
für PDF-Druckvorlagen geeignet?

Für die neuen PDFX-ready-Exporteinstellungen V2.5 für PDF/X-4 CMYK+RGB aus Adobe InDesign haben wir in der Technikgruppe von PDFX-ready untersucht, ob eine Umstellung der Kompressionsmethode vom bisherigen JPEG auf das neuere JPEG2000 sinnvoll wäre.

JPEG2000 verwendet eine komplett andere Kompressionstechnik (diskrete Wavelet-Transformation) als das alte JPEG (diskrete Kosinus-Transformation). Die neue Technologie verspricht generell eine bessere Qualität bei kleineren Dateien. Bei JPEG2000 kann man auch Bilder mit mehr als 8bit pro Farbkanal und mit bis zu 256 Farbkanälen verwenden. Das tönt vielversprechend…

Wir wussten von Tests bei der Ghent Workgroup, dass nicht alle PDF-Viewer (v.a. auf mobilen Geräten) PDFs mit JPEG2000 dekomprimieren können. Bei anderen PDF-Viewern (u.a. Acrobat/Reader) erfolgt der Bildaufbau einiges langsamer.

Aber wir wollten wissen, ob wir JPEG2000-Kompression für Druckvorlagen empfehlen können. Deshalb haben wir uns entschlossen, einen Praxistest mit einem Kalender mit hochauflösenden Bildern in verschiedenen Farbräumen (Device-CMYK, ICC-CMYK, ICC-RGB) durchzuführen. Peter Kleinheider hat die Ausgabe-Tests mit zwei verschiedenen RIPs und ich habe die Export-Tests mit Adobe InDesign CC2017 gemacht.

Beim Vergleich der Ergebnisse haben wir einige Überraschungen erlebt!

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Barcode-Prüfung in PDF-Dateien
mit ChkBarcode von CSci

Der Hamburger Softwareentwickler CSci hat ChkBarcode freigegeben. Die Software prüft Barcodes in PDF-Druckvorlagen.

ChkBarcode unterstützt alle gängigen 1D- und 2D-Barcodes und bietet umfangreiche Funktionen zum Vermessen und Auslesen von Barcode-Elementen. Die Ergebnisse der Barcode-Prüfung werden übersichtlich und verständlich in einem PDF-Report festgehalten, eine Ausgabe im XML-Format ist ebenfalls möglich. Die neue Software lässt sich komplett automatisieren und in bestehende Workflowsysteme integrieren, insbesondere bei grossen Datenmengen ein immenser Vorteil. Ausserdem verfügt ChkBarcode über eine graphische Bedienoberfläche, um einzelne Testmuster auch flexibel interaktiv prüfen zu können.

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Problem mit Enfocus PitStop-Inspector
in Adobe Acrobat DC 2017

Es gibt ein Problem mit dem PitStop-Inspector in Acrobat DC 2017. Nach dem Start von Acrobat lassen sich mit dem PitStop-Inspector keine Objekte auswählen.

Dies betrifft auch ältere Versionen von Enfocus PitStop. Die Problemursache scheint daher eine Änderung in Acrobat DC 2017 zu sein. Enfocus sucht zusammen mit Adobe eine Lösung.

Als Work-around wird empfohlen das Fenster Adobe Acrobat DC > Info über Zusatzmodule anderer Hersteller > Über Enfocus PitStop Pro… aufzurufen und wieder zu schliessen. Danach funktioniert die Objektauswahl wie gewohnt … bis zum nächsten Start von Acrobat DC 2017. Dann muss man erneut das besagte Enfocus-Fenster einmal aufrufen!


Kaufversion von Acrobat
nun auch in Version 2017

Nach dem verwirrenden Versionssprung beim letzten Acrobat-Update im April hat Adobe nun auch die Kaufversion von Acrobat in Version 2017 herausgebracht. Es fällt auf, dass die Kaufversion (Dauerlizenz) nun den Zusatz DC verloren hat und nur noch Acrobat 2017 heisst.

Die Anwender der Kaufversion kommen nun also endlich auch in den Genuss von Neuerungen der Abo-Version:

Auf der Seite mit den häufig gestellte Fragen zu Acrobat 2017 findet man eine etwas längere Liste von Neuerungen.  Aber auch dort fehlen etliche Funktionen der Abo-Version wie zum Beispiel die Verbesserungen für Preflight und für Barrierefreiheit. Ich weiss allerdings nicht, ob diese Themen nur in diese Listen nicht aufgenommen wurden oder ob die Kaufversion tatsächlich weiterhin weniger Funktionen aufweist als die Abo-Version…

Acrobat 2017 ist ein kostenpflichtiges Update für Anwender von Acrobat XI und Acrobat DC (Classic).


 

PDF/X in einer Nussschale

Anlässlich der PDF Days Europe hat die PDF Association eine englischsprachige Broschüre mit dem Titel PDF/X in a Nutshell mit folgenden Kapiteln publiziert:

  • The history of PDF/X
  • PDF/X: The key facts
  • Technical side and requirements of PDF/X
  • Users and industry segments
  • Tools and usage
  • PDF/X-Plus
  • PDF/X and the other PDF standards

Ich habe dazu das Kapitel PDF/X-Plus (über die Ghent Workgroup und PDFX-ready) beigesteuert.


Enfocus PDF Review Module verfügbar

Enfocus hatte auf der letztjährigen Drupa eine neue Technologie gezeigt, mit dem Kunden besser in einen Freigabe- und Überprüfungsworkflow eingebunden werden können. Diese Technologie wurde nun unter dem Namen Switch PDF Review Module freigegeben.

Das PDF Review Module besteht aus zwei Teilen:

  • einer Switch App mit der das PDF an einen Webserver hochgeladen wird.
  • dem PDF Review Web Server, der auf einem beliebigen internen oder externen Host installiert werden kann.

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Ghent Workgroup PDF-Umfrage 2017

Die Ghent Workgroup (GWG) führt alle paar Jahre eine Umfrage zum PDF-Einsatz durch. Die Antworten helfen der GWG besser zu verstehen, wie die Prozesse sich im Verlaufe der Jahre verändert haben, welche Spezifikationen eingesetzt werden und welche Anforderungen die verschiedenen Workflows haben, damit die GWG-Lösungen weiter verbessert werden können. Das Ausfüllen der Umfrage benötigt nur einige Minuten. Es wäre zu begrüssen, wenn sich möglichst viele Anwender daran beteiligen.


Verwendung der GWG-Preflight-Profile
mit Agfa Apogee Prepress 10

Agfa bietet in Apogee Prepress 10 zwei unterschiedliche Preflight-Prozesse an. Apogee Preflight ist die von Agfa entwickelte Lösung und hinter Preflight steckt Enfocus PitStop. Für beide sind nun Preflight-Profile verfügbar, die den neusten GWG2015-Spezifikationen der Ghent Workgroup entsprechen.

In einer kurzen Anleitung wird die Verwendung der GWG2015-Profile mit beiden Preflight-Prozessen von Apogee 10 beschrieben.


Bessere Rasterfunktionen in PDF 2.0

In seinem Blog beschreibt Martin Bailey, CTO von Global Graphics und Mitglied mehrerer ISO-Kommissionen zu PDF, die neuen Rasterfunktionen in PDF 2.0, das im Laufe dieses Jahres veröffentlicht werden soll.

Der Aufruf von Rasterpunktformen wird in PDF 2.0 erweitert. Bisher konnten nur Funktionen verwendet werden, die im Standard erwähnt waren. Spezielle Rasterfunktionen (z.B. für Flexodruck), die nicht in allen RIPs zur Verfügung stehen, konnten daher nicht einfach mit ihrem Namen aufgerufen werden. Neu kann in einer PDF-Datei eine Namensliste mit Rasterfunktionen definiert werden. Der RIP führt dann die erste ihm bekannte Funktion aus.

Ausserdem erlaubt der neuen Standard eine flexiblere Definition der Rasterung von transparenten Objekten.