eciCMYK (FOGRA53) als neuer CMYK-Austauschfarbraum

Die ECI hat das ICC-Farbprofil eciCMYK.icc veröffentlicht. Es basiert auf den Charakterisierungsdaten FOGRA53 der Fogra. Es ist als Austauschfarbraum mit einem grossen Farbumfang konzipiert, der alle möglichen Druckverfahren (Offset, Tiefdruck, Digitaldruck) abdeckt. Das eciCMYK-Profil kann kostenlos heruntergeladen werden.

Da der Farbraum von eciCMYK grösser ist, als jeder reale Druckfarbraum und das Profil einen sehr hohen Gesamtfarbauftrag zulässt, ist dieses Profil nicht direkt zum Drucken geeignet.

 

Es muss also zwingend eine Transformation in die benötigte Druckbedingung stattfinden. Da bei einer normalen ICC-Transformation ein neuer Schwarzaufbau erzeugt wird, sollte man für diese Anpassung ein DeviceLink-Profil verwenden. Die ECI stellt ein Paket mit drei kostenlosen DeviceLink-Profilen zur Verfügung:

  • eciCMYK_to_PSOcoated_v3_DeviceLink.icc
  • eciCMYK_to_PSOuncoated_v3_DeviceLink.icc
  • ISOcoated_v2_to_eciCMYK_DeviceLink.icc

Wie man diese einsetzt, erfährt man in meinem neuen Seminar PDF Color Management in der Praxis.

Es werden aber nur DeviceLink-Profile zu den neuen PSO Coated V3 und PSO Uncoated V3 Druckbedingungen angeboten. Wenn jemand noch nach ISO Coated V2 resp. PSO Uncoated ISO12647 druckt, muss er sich selbst um eine Lösung kümmern. Die ECI will damit die neuen Druckstandards pushen.

Die Veröffentlichung dieses Profils hat bereits hitzige Debatten über Sinn oder Unsinn eines solchen CMYK-Austauschfarbraums ausgelöst. Was ist Ihre Position in dieser Frage? Bitte teilen Sie Ihre Meinung im Kommentarfeld unter diesem Artikel mit den anderen Lesern.


4 Gedanken zu “eciCMYK (FOGRA53) als neuer CMYK-Austauschfarbraum

  1. Wir arbeiten lieber mit ECI-RGB-Daten als Basis und rechnen in der Layoutausgabe je nach Druckdienstleister in PDFX mit RGB oder ein PDFX mit CMYK-Daten um. ein eciCMYK sehe ich nicht als sinnvoll an für Layout-Ersteller.

  2. Nun hat man sich endlich zum PSOxxx_v3 durchgerungen (welches den unsäglichen Proof-Papierweißton, der noch aus den Altona-Anfängen stammt und ein Verbrechen an den Druckern darstellt, etwas reduziert) und nun kommt ECI mit einem Profil, das sich nicht drucken lässt! Der konsequente Einsatz des rgb-Workflows in der täglichen Praxis braucht keinen “Austauschfarbraum”.

    Was sollen wir Drucker damit anfangen? Mir erscheint das als Sackgasse.

  3. Man kann nicht davon ausgehen, dass viele Anwender diesen neuen Farbraum verwenden werden. Die meisten benutzen ja doch lieber die Standard-Profile der Adobe-Programme, allenfalls noch ISO Coated v2. Das sind jedenfalls die Erfahrungen hier in der Druckerei.

  4. Nach wie vor liefert Adobe die eigenen CMYK-Profile aus. Es ist schon schwer genug, den Usern die korrekten Standardprofile zu vermitteln. Mit dem neue Standard-CMYK könnte es möglich werden, dass alle Software-Hersteller diesen Farbraum als ihre Default-Einstellung verwenden. Das wäre dann ein Vorteil.
    Für die Bilddaten sehe ich hier keinen Vorteil. Für die Layoutprogramme und Zeichenprogramme schon. Denn es wäre ein großer Schritt nach Vorn, wenn Reinzeichnungen nur noch in einem Standard erstellt würden und dann über die Konvertierung am Schluss der Zielfarbraum definiert wird. Zur Zeit bekomme ich vier unterschiedliche ICC-Profile für RZs geliefert, sogar von einem Kunden. Ein Standard-CMYK würde hier Abhilfe schaffen, ohne Gefahr zu laufen, dass Farben bereits beim Kunden von Rechner zu Rechner konvertiert werden.

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