ISO veröffentlicht die
PDF Processing Steps (ISO 19593-1)

Die ISO hat den neuen Standard ISO 19593-1:2018 (Use of PDF to associate processing steps and content data — Part 1: Processing steps for packaging and labels) veröffentlicht.

Die Spezifikation wurde ursprünglich von der Ghent Workgroup (GWG) erarbeitet und dann an die ISO zur Standardisierung übergeben.

Die PDF Processing Steps definieren wie Parameter für nachfolgende Verarbeitungsschritte (z.B. Lack, Stanzen, Rillen, Falzen, Blindenschrift) in einem PDF standardisiert abgespeichert werden können. Diese Objekte sind bisher meist als technische Sonderfarben in einer PDF-Datei definiert worden. Aus Mangel an einem Standard hat jeder Anwender dies unterschiedlich gemacht. Dadurch wird eine automatisierte Verarbeitung verunmöglicht.

Durch eine Standardisierung kann die Automatisierung der Verarbeitungsschritte v.a. in der Verpackungsproduktion wesentlich verbessert werden.

 

Dies ist vor allem bei Verpackungen interessant, da dort neben den eigentlichen Druckobjekten viele Zusatzinformationen in der PDF-Druckvorlage definiert sind. In einer standardisierten Art können mit den Processing Steps Objekte wie Stanzkontur, Lackflächen, Prägungen, Blindenschrift, etc. gekennzeichnet werden. Dazu werden PDF-Ebenen (Optional Content Groups) mit standardisierten Meta-Daten verwendet. Dadurch wird die Bezeichnung der Objekte sprachunabhängig. Es können die bisher verwendeten Begriffe weiterverwendet werden.

Diese Informationen können z.B. für die selektive Anzeige der Elemente einer Verpackung bei der Validierung von PDF-Druckvorlagen verwendet werden. Ein Marketing-Mitarbeiter benötigt andere Elemente als ein Prepress-Spezialist. Bei einer Proof-Ausgabe werden u.a. die Stanzkontur, Blindschrift etc. mit ausgegeben während diese Objekte bei der CTP-Ausgabe automatisch weggelassen werden. Ausserdem können nachfolgende Systeme (z.B. Ausschiessen, Prägung, Braille), die diesen Standard unterstützen, die für ihren Verarbeitungsschritt relevanten Informationen aus der PDF-Datei auslesen.

Näheres erfährt man in der Aufzeichnung eines englischsprachigen Webinars der GWG:

Ich habe diese Processing Steps schon 2011 (damals noch “Storing non printing contour data in PDF” genannt) bei der Definition der Novartis Technical Colors in der Novartis Pharma Artwork File Specification verwendet und damit sehr gute Erfolge erzielen können. Mehrere 10’000  PDF-Druckvorlagen, die für Verpackungen von Novartis Pharma in den letzten 7 Jahren erstellt wurden, verwenden die gleiche Struktur und könn(t)en vollautomatisch mit den PDF Processing Steps Metadaten versehen werden.

Erfreulicherweise haben bereits etliche Software-Hersteller (u.a. ESKO, Enfocus, Callas sowie Axaio) Funktionen zur Unterstützung des neuen ISO-Standards in ihre Software eingebaut.


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